Warum geortet und nicht gesucht wird
Eine undichte Leitung im Estrich verrät sich selten dort, wo sie liegt. Wasser wandert unter dem Bodenaufbau und tritt drei Meter weiter an einer Fuge aus. Wer an der feuchten Stelle aufstemmt, findet oft nichts und hat trotzdem einen Boden zerstört.
Leckortung dreht die Reihenfolge um. Zuerst wird gemessen, dann geöffnet. Das kostet einen Termin extra und spart in fast allen Fällen deutlich mehr, als es kostet.
Die üblichen Verfahren
Thermografie macht Temperaturunterschiede sichtbar und findet warmes Wasser unter kalter Oberfläche. Feuchtemessung an Estrich und Putz grenzt die Zone ein. Bei Druckleitungen arbeitet man mit Korrelation oder Geräuschortung: das austretende Wasser erzeugt ein Geräusch, das sich über zwei Messpunkte lokalisieren lässt. Bleibt alles unklar, kommt Prüfgas in die entleerte Leitung und wird an der Oberfläche aufgespürt. Welche Methode passt, entscheidet der Betrieb vor Ort nach Rohrmaterial, Bodenaufbau und Zugänglichkeit.
Wann sich eine Ortung lohnt
Ein unerklärlich hoher Wasserverbrauch auf der Jahresabrechnung ist ein klassischer Anlass. Ebenso ein Zähler, der sich dreht, obwohl alle Hähne zu sind. Auch Heizungsanlagen, bei denen der Druck regelmäßig nachgefüllt werden muss, gehören dazu. Und nach jedem Wasserschaden, bei dem die Schadensursache nicht eindeutig ist, verlangt der Versicherer ohnehin einen Nachweis.